Am Rand unserer Lebenszeit by Erich Fried PDF

By Erich Fried

ISBN-10: 3803123860

ISBN-13: 9783803123862

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Und wurde der Tod gelehrt? Ja, aber nur zum Teil. Wieso zum Teil? Es wurde nur Töten gelehrt, gelehrt und geübt, und das Sterben totgeschwiegen. Und wurde der Haß gelehrt? Ja. Gelehrt und geschürt, aber nur auf den, der Feind genannt wurde, und nicht auf das eigene Unglück. Und was taten sie mit ihrem Leben? Fast alle nur das, was zu erwarten war, nach einer solchen Lehrzeit. Eine Art Feindesliebe Mitleid haben auch mit denen in denen das Leid so schlecht wie keinen Platz mehr gelassen hat für ihr Mitleid Die lautere Wahrheit Die ganze Unwahrheit setzt sich aus lauter ganz wahren Wahrheiten oder Teilwahrheiten zusammen Nur haben sich die miteinander noch nie ganz auseinandergesetzt So ist die ganze Lüge möglich geworden Epiphanie Hinaus aus dem engen Haus in die offene Landschaft unbeschützt von der Kinder Lachen und Weinen ungehalten von der Freunde Bitten und Spotten ein einfacher Wanderer an einem einfachen Berghang Auf alten Madonnenbildern ist manchmal die Welt eingezeichnet in dunkelnde Hintergründe Der Hintergrund des Seins ist nach vorne gerückt Kreuz und Heiligenschein Beweinung und Wunder So verwundert betrachte dein eigenes Leben die Reiche der Welt und ihre Herrlichkeiten Der Frager steht neben dir auf dem hohen Berg und der Abgrund erfährt vielleicht deine Antwort Guter Rat für Hellseher Wer in den Mienen der Menschen ihre Zukunft erkennen will der darf keinen zu großen Weitblick haben Sonst sieht er nichts mehr als Asche oder Skelette Ermahnung Halte dich immer wieder ans Leben: Das tut auch der Tod Und er wächst und gedeiht dabei wie das blühende Leben Die Hölle Gott weiß die meisten Menschen und einige Engel haben sie eingerichtet für uns alle Wir die jetzt in ihr wohnen halten jeden der sie uns heiß oder kalt macht für den Bösen Aber wie himmlisch wäre die Hölle wenn es so wäre daß wirklich nur die Bösen Böses tun könnten Am Beispiel eines Zweiflers Der Teufel glaubt sich nur selten daß es ihn wirklich gibt Das macht ihn traurig und hilflos dann tröstet ihn nichts als fleißigere Arbeit und manchmal sein Lachen über seinen Bruder den Herrgott der scheinbar noch bei Tag und Nacht an sich glaubt Ein Gefährlicher Muß ich wirklich noch mehr alte Hutnadeln sammeln?

Eine Art Feindesliebe Mitleid haben auch mit denen in denen das Leid so schlecht wie keinen Platz mehr gelassen hat für ihr Mitleid Die lautere Wahrheit Die ganze Unwahrheit setzt sich aus lauter ganz wahren Wahrheiten oder Teilwahrheiten zusammen Nur haben sich die miteinander noch nie ganz auseinandergesetzt So ist die ganze Lüge möglich geworden Epiphanie Hinaus aus dem engen Haus in die offene Landschaft unbeschützt von der Kinder Lachen und Weinen ungehalten von der Freunde Bitten und Spotten ein einfacher Wanderer an einem einfachen Berghang Auf alten Madonnenbildern ist manchmal die Welt eingezeichnet in dunkelnde Hintergründe Der Hintergrund des Seins ist nach vorne gerückt Kreuz und Heiligenschein Beweinung und Wunder So verwundert betrachte dein eigenes Leben die Reiche der Welt und ihre Herrlichkeiten Der Frager steht neben dir auf dem hohen Berg und der Abgrund erfährt vielleicht deine Antwort Guter Rat für Hellseher Wer in den Mienen der Menschen ihre Zukunft erkennen will der darf keinen zu großen Weitblick haben Sonst sieht er nichts mehr als Asche oder Skelette Ermahnung Halte dich immer wieder ans Leben: Das tut auch der Tod Und er wächst und gedeiht dabei wie das blühende Leben Die Hölle Gott weiß die meisten Menschen und einige Engel haben sie eingerichtet für uns alle Wir die jetzt in ihr wohnen halten jeden der sie uns heiß oder kalt macht für den Bösen Aber wie himmlisch wäre die Hölle wenn es so wäre daß wirklich nur die Bösen Böses tun könnten Am Beispiel eines Zweiflers Der Teufel glaubt sich nur selten daß es ihn wirklich gibt Das macht ihn traurig und hilflos dann tröstet ihn nichts als fleißigere Arbeit und manchmal sein Lachen über seinen Bruder den Herrgott der scheinbar noch bei Tag und Nacht an sich glaubt Ein Gefährlicher Muß ich wirklich noch mehr alte Hutnadeln sammeln?

Es ist also gar nicht mehr nötig nach dem passenden Schimpfwort zu suchen nur seine eigenen Worte einfach: »Er ist ein Contra«. Wer sind wir wieder? « Drei Glasscherben von einem zerklirrten Fenster Judenfenster von damals zum Andenken aufgehoben. Wenn man sie schüttelt in ihrer Schachtel klirren sie leise wie Muscheln rauschen von denen man Kindern sagt: Sie erinnern sich noch an das Rauschen des Meeres. Erinnern die Scherben sich noch an das Klirren der alten Kristallnacht die so heißt nach dem Glitzern der Scherben im Morgenlicht?

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Am Rand unserer Lebenszeit by Erich Fried


by Jason
4.3

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